22 Mai 2019

Arbeitgeber verpflichten müssen, die tägliche Arbeitszeit ihrer MitarbeiterInnen systematisch zu erfassen. Denn laut den RichterInnen kann nur so die Einhaltung der täglichen Höchstarbeitszeiten und der vorgeschriebenen Ruhepausen gewährleistet werden

Die Meinungen über das Urteil sind gespalten. Die einen sehen in ihm einen wichtigen Schritt vorwärts für den Arbeitsschutz. Gegner befürchten einen zu großen bürokratischen Aufwand. Es wirft auch Fragen auf, wie dieses Urteil in Zeiten von Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice konkret umgesetzt werden kann.

Das Urteil

Die Entscheidung besagt, die nationalen Gesetzgeber müssen ein objektives, verlässliches und zugängliches System zur Arbeitszeiterfassung einführen. Bei der konkreten Gestaltung der Vorschriften räumte das Gericht den Mitgliedsstaaten viel Spielraum ein. So können sie besondere nationale Gegebenheiten berücksichtigen, etwa in bestimmten Branchen oder für Unternehmen unterschiedlicher Größe.

Eine Frist für die Einführung des Systems gibt es nicht.

Die Umsetzung

Die nationalen Gesetzgeber müssen jetzt klären, wie sie die Erfassungspflicht umsetzen. Fragen, die beantworten müssen, sind etwa: Was zählt zu Arbeitszeit, was nicht? Wie wird das Beantworten von E-Mails nach Feierabend oder am Wochenende gewertet? Wie genau muss die Aufzeichnung sein?

Klar ist, dass die Vorgaben so gestaltet sein müssen, dass auch ArbeitnehmerInnen, die keinen traditionellen Arbeitsplatz in Büro oder Fabrik haben, ihre Arbeitszeit verlässlich dokumentieren können. Dazu zählen etwa Beschäftigte im Außendienst oder Homeoffice.

Da der EuGH die Form der Dokumentation offengelassen hat, ist sowohl papiergestützte als auch elektronische Erfassung möglich. Die Gegebenheiten der Branche sollten die Form der Dokumentation bestimmen. Für ArbeiterInnen in der Fertigungsindustrie etwa, ist eine elektronische Stechuhr sinnvoll. Mit ihr kann sehr simpel Schichtbeginn und -ende dokumentiert werden.

Für Beschäftigte in der Dienstleistungsbranche, die oft in Gleitzeit oder möglicherweise von zuhause arbeiten, hingegen ist elektronische Erfassung am Computer zu bevorzugen. Wer im Außendienst arbeitet, bevorzugt vermutlich eine App.

Die Praxis

Obwohl die Erfassung von Arbeitszeit bisher keine Pflicht war, ist sie für einige Unternehmen – auch in der Dienstleistungsbranche – bereits jetzt erforderlich. Etwa im Projektgeschäft, wo die Dokumentation der Arbeitszeit Grundlage für die Rechnungsstellung ist. Andere Firmen entscheiden sich im Sinne der Transparenz für eine Aufzeichnung.

Deshalb enthält etwa die von proMX entwickelte Projektmanagement-Lösung proRM Fast Start eine Funktion für die Erfassung von Arbeitszeit. Mit ihr kann die Arbeitszeit einfach im Browser bzw. über eine mobile App erfasst werden.

Mit wenigen Klicks kann die Arbeitszeit genau (mit Start- und End-Zeitpunkt) in einer Kalenderansicht festgehalten werden. Ob dieser Zeitaufwand abrechenbar ist, kann ausgewählt sowie Anmerkungen angebracht werden.

proRM Fast Start enthält zudem eine digitale Stechuhr: Über die Kommen/Gehen-Funktion können per Klick Anfang und Ende jedes Arbeitstages aufgezeichnet werden.

Neben regulärer Arbeitszeit können zudem Urlaub, Abwesenheit und Feiertage festgehalten werden. So bildet sich ein lückenloses Bild, das sowohl den Anforderungen des EuGH erfüllen als auch AuftraggeberInnen vorgelegt werden kann.

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