Dynamics 365 vs. Salesforce
2 Aug 2022 7 Min. Lesezeit

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Customer-Relationship-Management-Software gehört zu den am stärksten wachsenden Geschäftsanwendungen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es zahlreiche Anbieter dafür gibt, beispielsweise SAP, Pipedrive oder monday.com.

In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die beiden Größen Salesforce und Microsoft Dynamics 365 und wagen einen Vergleich.

Was ist Microsoft Dynamics 365?

Microsoft Dynamics 365 ist nicht eine fixe CRM-Lösung. Vielmehr sind mit dem Begriff eine Vielzahl an Geschäftsanwendungen u. a. für Vertrieb, Marketing und Projektmanagement gemeint. Diese können je als Stand-Alone-Lösung genutzt oder beliebig miteinander kombiniert werden und greifen auf eine gemeinsame Datenbasis zu. So ist sichergestellt, dass alle Mitarbeitenden stets mit denselben aktuellen Daten arbeiten. Als CRM-Lösung für den Vertrieb bietet sich Microsoft Dynamics 365 Sales an.

Was ist Salesforce?

Salesforce ist eine cloudbasierte Customer-Relationship-Management Plattform für Unternehmen.  Die Basis für das das Kundenmanagement bildet die Sales Cloud. Auch hier lassen sich z. B. die Marketing Cloud oder die Service Cloud dazu buchen, um die Funktionalitäten zu erweitern. Relevante Daten sind ebenfalls zentral abgelegt und für alle Salesforce-Anwendungen verfügbar.

Unterschiede zwischen Microsoft Dynamics 365 und Salesforce

Bevor wir etwas genauer in einzelne Aspekte einsteigen, möchten wir Ihnen zunächst einen groben Überblick verschaffen:

Dynamics-365-Logologo Salesforce
KernfunktionenKontaktmanagement
(Leads, Opportunities, Bestandskund*innen)
Kontaktmanagement
(Leads, Opportunities, Bestandskund*innen)
Reporting und AnalyseStandard-Dashboards sind begrenzt, aber nahtlose Integration mit Power BI möglich
Daten lassen sich flexibel in verschiedenen Formen visualisieren und per Drag-and-Drop verschieben
Künstliche IntelligenzIm System eingebettet
Als kostenpflichtiges Add-on
„Salesforce Einstein“ erhältlich
ErweiterungenVielzahl an Drittanbieter-Apps im eigenen App-Store „AppSource“
Vielzahl an Drittanbieter-Apps im eigenen App-Store „App Exchange“
IntegrationenViele Microsoft-Lösungen verfügbar, die nativ integriert werden können
Begrenzte Zahl an Lösungen zur Integration ohne Konnektoren
AnpassungenEntwickler*innen können mit Javascript.Net and HTML Anpassungen vornehmen
Entwickler*innen müssen für Anpassungen und Integrationen die Salesforce-eigene Programmiersprache Apex verwenden
SupportDurch Microsoft-Partner
Inhouse
Kosten55 € bis 122 € Nutzer/Monat für Dynamics 365 Sales25 € bis 300 € Nutzer/Monat für
Sales Cloud

Funktionen

Die Kernfunktionen für das Customer-Relationship-Management in der Salesforce Sales Cloud und Microsoft Dynamics 365 Sales ähneln sich sehr. In beiden Systemen können Sie Leads und Opportunities verwalten und sämtliche Informationen zu Kontakten sammeln und abrufen. Gemein ist beiden Lösungen auch, dass Sie Vertriebsprognosen erstellen können. Diese sowie tatsächliche Ergebnisse wie Umsätze oder Verkäufe lassen sich dann mit Zielen und KPIs vergleichen.

Was die Reporting- und Analyse-Funktionen angeht, bietet Salesforce von Haus aus mehr Spielraum. Jedoch kann das Reporting-Tool Microsoft Power BI nahtlos an Dynamics 365 angebunden werden, was Ihnen beinahe endlose Möglichkeiten gibt, Ihre Daten darzustellen und auszuwerten.

Beide Systeme machen sich künstliche Intelligenz zunutze, um Trends frühzeitig zu erkennen und Vorschläge zur Interaktion mit Kontakten zu machen. Zwar soll Salesforces künstliche Intelligenz namens Einstein besonders gut sein, jedoch muss man sie als Add-on extra dazu kaufen. Im Gegensatz dazu ist die namenlose KI von Dynamics 365 im System eingebettet.

Erweiterungen

Sowohl für Salesforce als auch für Microsoft gibt es je einen eigenen App-Store. Auf den Plattformen App Exchange (Salesforce) und AppSource (Microsoft) finden Nutzer*innen eine Fülle an Drittanbieter-Apps und Add-ons, mit welchen sie die Lösungen ergänzen, erweitern oder spezifizieren können.

Microsoft hält zudem selbst eine ganze Reihe an nützlichen Lösungen bereit, die sich nativ und somit nahtlos in Dynamics 365 integrieren lassen. Darunter die Produktivitätsanwendungen von Microsoft 365 (ehemals Office 365), das zuvor genannten Business-Intelligence-Tool Power BI und weitere Dynamics-365-Module wie Dynamics 365 Marketing oder Project Operations. Auch die soziale Geschäftsplattform LinkedIn lässt sich mit dem LinkedIn Sales Navigator in Dynamics 365 einbinden.

Auswahl an Erweiterungen für Dynamics 365:

  • Outlook
  • Word, PowerPoint und Excel
  • Power BI
  • Dynamics 365 Marketing
  • Dynamics 365 Customer Service
  • Power Platform
  • Teams

Salesforce bietet beispielsweise mit der Marketing Cloud auch weitere Funktionen, die nahtlos angebunden werden können, aber lange nicht so viele unterschiedliche wie Microsoft. Drittlösungen können nur mit kostenpflichtigen Konnektoren mit Salesforce verknüpft werden.

Auswahl an Erweiterungen für Salesforce:

  • Marketing Cloud
  • Service Cloud
  • Commerce Cloud
  • Salesforce Einstein
  • Slack

Eine durchaus sinnige Kollaborationsplattform für (Video-)Telefonie, Chats, Datenaustausch und mehr bieten beide Firmen an. Mit Teams entwickelte Microsoft eine eigene Plattform, während Salesforce die bestehende Anwendung  Slack 2021 übernahm.

Anpassungsmöglichkeiten

Sie haben spezielle Ansprüche an ihre CRM-Lösung, die keine der Lösungen von Haus aus und auch nicht mit vorhandenen Erweiterungen erfüllt? Klingt nach einer Aufgabe für Entwickler*innen.

Microsoft nutzt die gängigen Programmiersprachen Javascript.Net und HTML. Und auch ohne Programmierkenntnisse ermöglicht es Ihnen die Microsoft Power Plattform mit ihren Low-Code- bzw. No-Code-Anwendungen u. a. Geschäftsapplikationen zu entwicklen und Abläufe zu automatisieren.

Wenn wir Sie nun neugierig gemacht haben, sehen Sie sich gerne unseren Artikel dazu an.

Zwar ist in der Salesforce-Nutzeroberfläche beinahe alles individualisierbar, doch tieferliegende Änderungen am System oder Integrationen lassen sich nur mit der weniger verbreiteten, Salesforce-eigenen Programmiersprache Apex vornehmen.

Support

Salesforce bietet seinen Nutzer*innen Inhouse-Support, sprich: Mitarbeitende von Salesforce direkt führen neue Nutzer*innen in Systeme ein und stehen ihnen bei Problemen und Fragen zur Seite. Im Microsoft-Kosmos übernehmen das meistens Microsoft-Partner wie wir, proMX.

Microsoft verspricht in seinem Service Level Agreement (SLA) eine Betriebszeit von 99,9 %. Salesforce schließt nur auf Nachfrage und zu einem Aufpreis SLAs mit ihren Kund*innen ab.

Kosten und Lizenzierung

Die Preisfragen sind nun buchstäblich: Was kostet Salesforce? Was kostet Dynamics 365?

Beide Anbieter stellen Sie vor die Wahl zwischen vier Plänen, sozusagen von der Basis- bis zur Premiumnutzung. Pro Nutzer/Monat reicht die Preisspanne bei Microsoft Dynamics 365 Sales von 55 € bis 122 €. Salesforce lässt sich die Sales Cloud von 25 € bis 300 € pro Nutzer/Monat kosten.

Doch – Sie ahnen es wahrscheinlich – je nachdem welche zusätzlichen Module Sie buchen, ändern sich die Preise. Das macht die Lizenzierung in beiden Fällen recht komplex.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch, dass Microsoft-Partner im Falle von Dynamics 365 oft vergünstigte Preise auf Lizenzpakete anbieten.

Fazit

Beide Customer-Relationship-Management-Lösungen haben ihre Berechtigung auf dem Markt. Wie bei den meisten Technologien hängt es von den Bedürfnissen und Erwartungen der Nutzer*innen ab, welche besser geeignet ist. Details, die für das eine Unternehmen unwichtig erscheinen, können für das andere entscheidend sein.

Ein Grund dafür, dass Salesforce den CRM-Markt anführt, ist wohl sein frühes Auftreten mit einer disruptiven Technologie: Vor über 20 Jahren entwickelte Salesforce eine CRM-Tool als Software-as-a-Service (SaaS). Zum Vergleich: Microsoft brachte Dynamics 365 erst 2016 auf den Markt, als weder SaaS noch CRM-Lösungen mehr neu waren. Für Salesforce sprechen auch die umfassenden Reporting-Möglichkeiten sowie die Flexibilität in der Gestaltung der Lösung.

Besonders wenn Sie bereits Microsoft-Produkte nutzen, sei es die Azure-Cloud, Microsoft 365 oder Teams, empfehlen wir Ihnen klar Microsoft Dynamics 365, um eine optimale Integration zu gewährleisten. Die Möglichkeiten Ihre Dynamics-365-Lösung so zu gestalten, wie Ihr Unternehmen am effektivsten damit arbeiten kann, sind dank der Power Platform unbegrenzt. Als kleines oder mittelgroßes Unternehmen bietet Ihnen Microsoft Dynamics 365 zudem eine hohe Flexibilität bei der Lizenzierung.

Unsere Empfehlung als Microsoft-Partner lautet: Microsoft Dynamics 365. Gerade weil wir täglich damit arbeiten, wissen wir um seine vielen Vorzüge. Wie diese für Ihre Organisation aussehen können, erläutern wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.


FAQ

Ist Microsoft Dynamics 365 besser als Salesforce?

Unternehmen, die bereits Microsoft-Produkte jeglicher Art nutzen ist Microsoft Dynamics 365 klar empfohlen.

Ist Microsoft Dynamics 365 das Gleiche wie Salesforce?

Nein. Die beiden CRM-Lösungen unterschiedlicher Anbieter haben vergleichbare Kernfunktionen. Im Detail und in Aspekten wie Integrations- und Lizenzierungsmöglichkeiten unterscheiden sie sich jedoch zum Teil erheblich.

Welches CRM eignet sich am besten für kleine Unternehmen?

Prinzipiell sind sowohl Salesforce als auch Microsoft Dynamics 365 für Unternehmen jeder Größe nutzbar. Microsoft Dynamics 365 ist flexibler bei der Gestaltung der Lösung und bei der Lizenzierung. Das kann ein Vorteil für kleine Unternehmen sein.

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