Wie steht es um das digitale Arbeiten in Deutschland?_670x450
8 Jul 2021 (Aktualisiert am: 23 Jul 2021)

Jedes Jahr liefert der D21 Digital Index ein „Lagebild zur Digitalen Gesellschaft“ in Deutschland. Der neuste Bericht für die Jahre 2020/2021 ist der erste, der sich mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Digitalisierung beschäftigt. Zwischen August 2019 und Juli 2020 wurden Teilnehmer*innen der Studie zum Digitalisierungsgrad der deutschen Gesellschaft befragt. Ein Schwerpunkt lag dieses Mal auf dem Thema digitales Arbeiten

Wir stellen Ihnen die wichtigsten Erkenntnisse vor. 

Verdopplung beim mobilen Arbeiten 

Ausgangsbeschränkungen und Homeoffice-Pflicht führten im Erhebungszeitraum der Studie zu einer Verdopplung der mobilen Arbeit im Vergleich zum Vorjahr. 32 Prozent der Befragten nutzen zumindest teilweise Telearbeit, davon ein Drittel coronabedingt zum ersten Mal. „Hier hat die Krise möglich gemacht, was vielerorts in den Jahren davor unmöglich schien oder nicht erwünscht war“, resümieren die Macher der Studie. 

Ihnen gegenüber stehen zwei Drittel der Befragten, die weiterhin keine Telearbeit, Homeoffice oder mobiles Arbeiten nutzen. In der überwältigenden Mehrheit der Fälle, weil es in ihrem Beruf nicht möglich ist, darunter sind auch 40 Prozent Schreibtischjobs. Rund ein Fünftel der Studienteilnehmer*innen gab an, dass es in ihren Unternehmen nicht möglich sei, mobil zu arbeiten (im Vorjahr waren es 30 Prozent) und sechs Prozent sagten, dass die Vorgesetzten dies nicht unterstützten. 

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Lesen Sie hier, warum proMX-CEO Peter Linke eine uneingeschränkte Homeoffice-Option befürwortet

Homeoffice: Wünsche vs. Realität von Arbeitnehmer*innen 

Auch wie es nach der Corona-Krise in der Arbeitswelt weitergehen soll, ist Inhalt des Digital Indexes. 

Personen, die bereits Erfahrung mit mobilem Arbeiten gesammelt haben, wünschen sich auch in Zukunft mehr Freiraum, von Zuhause oder von unterwegs aus arbeiten zu können. Bisher nutzen die meisten von ihnen dies weniger als die Hälfte ihrer Arbeitszeit. 

Ein Drittel aller Beschäftigten wünscht sich eine ausgewogene Abwechslung zwischen Büroarbeit und mobilem Arbeiten. Nur 14 Prozent steht dies aber bisher offen. 37 Prozent der Befragten würden gerne weniger als die Hälfte der Zeit abseits des Firmenbüros arbeiten. Überhaupt nicht oder ausschließlich mobil arbeiten wollen jeweils nur zehn Prozent. 

In den meisten Unternehmen haben Beschäftigte ein Mitspracherecht, wenn es darum geht, den Anteil digitaler Arbeit festzulegen. Meistens werden Vereinbarungen individuell mit den Vorgesetzten getroffen. 

60 Prozent derer, die gerne öfter mobil arbeiten möchten, tun dies derzeit weniger als die Hälfte ihrer Arbeitszeit. Die Hälfte derer, die im Zuge der Corona-Pandemie zum ersten Mal mobil arbeiten oder es seither mehr tun, möchte das auch zukünftig so beibehalten. Allerdings lehnen drei Viertel der Führungskräfte dies ab. In dieser Gruppe sind 75 Prozent selbst weniger als die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Homeoffice. 

Wir haben unsere Kunden und Partner gefragt: Wie arbeiten wir nach der Krise zusammen?  

Die notwendige technische Infrastruktur 

Mobiles Arbeiten erfordert mobile Endgeräte. Fast 69 Prozent der Beschäftigten mit Bürojobs bekommt mindestens eines vom Arbeitgeber gestellt. Vor Corona war es oft die fehlende Software, die Homeoffice verhinderte. In dieser Hinsicht hat die Pandemie eine erhebliche Verbesserung bewirkt: Im Befragungszeitraum wurden mehr als doppelt so viele Kollaborationsanwendungen, Videokonferenzdienste und Fernzugänge zur Verfügung gestellt als im Vorjahr. Somit hat nun ein Viertel der Beschäftigten Zugriff auf Kollaborationstools wie Microsoft Teams und ein Drittel auf Videokonferenzsysteme, VPN oder andere Fernzugänge für Telearbeit. 

Einstellung zum digitalen Arbeiten 

Die Digitalisierung wird bekanntlich nicht allerorts als positive Entwicklung für die Arbeitswelt betrachtet. Die Digitalisierungsstudie zeigt aber, dass etwa die Hälfte der Befragten eher positive als negative Veränderungen spürt. Besonders Beschäftigte mit hohem Bildungsgrad sowie Führungskräfte sind von der Digitalisierung überzeugt. Sie merken eine verbesserte Work-Life-Balance

Menschen mit geringerer formaler Bildung fühlen sich von der Digitalisierung mehrheitlich überfordert. Nur ein Drittel von ihnen glaubt, dass die Vorteile der Digitalisierung im Beruf überwiegen. Die wenigsten Beschäftigten fühlen sich von ihren Unternehmen zu diesem Thema ausreichend geschult

Wir empfehlen, die digitale Transformation stets mit Change-Management zu begleiten

Handlungsempfehlungen der Studie 

Die Macher*innen der Studie empfehlen Organisationen, die im Zuge der Pandemie unter Eile eine provisorische Lösung für das mobile Arbeiten implementiert haben, diese nun zu professionalisieren

Außerdem kommt die Studie zu dem Schluss, dass es die Präsenzkultur in Unternehmen zu überdenken gilt. Klar festgelegte Rahmenbedingungen können dabei helfen. 


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